Wasserknodener Ortsgeschichte

Aus der Geschichte von Wasserknoden

Zwischen Bad Berneck und Marktschorgast liegt, eingebettet in die herrliche Landschaft des Fichtelgebirges, die Ortschaft Wasserknoden. Die Autobahn Berlin-Nürnberg ist nur einen Kilometer entfernt. Das Dorf hat zur Zeit etwa 300 Einwohner. Der landwirtschaftliche Charakter ist durch seine 9 Bauernhöfe erhalten geblieben.

Der Name unseres Ortes wurde erst im Laufe von Jahrhunderten geprägt. Einst als Clodene bezeichnet, was kleine Siedlung bedeutet, wandelte sich der Ortsname immer mehr. Im 17. Jahrhundert schließlich wurde der Ort von den Genoten (Genossen), die sich hier angesiedelt hatten, Wasserknoden genannt. Das ist eine Gnotschaft (Genossenschaft), die am Wasser angesiedelt ist.

Gegründet wurde die ehemalige Siedlung wahrscheinlich im 11. Jahrhundert von den Franken, die schon im 7. und 8. Jahrhundert in unsere Gegend einwanderten. Als Gaugrafen walteten die Babenberger in diesem Gebiet und beschützten es auch gegen die Slawen. Wasserknoden gehörte damals dem Domstift Bamberg, dem es von Frau Alberada, der Gemahlin des Markgrafen Herrmann im Jahr 1071 geschenkt wurde.

Wasserknoden war lange Zeit im Besitz des Bamberger Domstifts. Im Laufe der Zeit ging der Ort (als Lehen) oft auf andere Herren über, so zum Beispiel auf die Herren von Wallenrode, von Hirschberg, von Waldenfels und von Schirnding. Auch dem Kloster Himmelkron waren Teile von Wasserknoden längere Zeit unterstellt. Bis zum Jahre 1972 gehörte Wasserknoden zum Landkreis Kulmbach und war eine eigene Gemeinde. Bei der Gebietsreform 1972 erfolgte die Eingemeindung Wasserknodens nach Bad Berneck im Landkreis Bayreuth.

Wasserknodener Ortsgeschichte

1071 Obleistiftung der Frau Alberada an den Domstift Bamberg; Wasserknoden wird hier noch als Kloden (Clodene) bezeichnet.

1342 Bau der Burg zu Wasserknoden

1377 Der Fürstbischof von Bamberg setzt einen von Wallenrode als Vogt ein auf das bischöfliche Burggut in Obernknoden

1501 Ein Herr von Wirsberg empfängt als bischöfliches Lehen das Dorf Wasserknoden

1514 Ein Herr von Hirschberg kauft von dem Herr von Wirsberg das Dorf Wasserknoden und empfängt es vom Bamberger Bischof zu Lehen

1525 Bauernkrieg: Die Wasserburg wird niedergebrannt

1560 Wieder einmal erhält ein von Wallenrode das Dorf als Lehen. Es umfasst 2 Höfe, 8 Seldengüter, 1 Mühle, 1 Schenkstätte, 13 Weiher, ferner das Holz

1603 von Wallenrod-Streitau verkauft das Rittergut an einen Herrn von Waldenfels

1724 erwirbt ein Herr Lochner von Hüttenbach-Riegelstein das Gut

1727 von Schirnding wird Lehensherr in Wasserknoden

1728 Lehenspezifikation: 1 adeliges Haus mit Bräuhaus, Erbschänke, Mahnmühle, 9 Solden, 3 Trupfhäuslein, Moosholz

1755 von Schirnding verkauft das Gut an die bischöfliche Hofkammer

1801 Wasserknoden zählt bereits 23 Häuser

1840 Wasserknoden wird aus dem Verband der katholischen Pfarrei Marktschorgast gelöst und in die evangelische Pfarrei Berneck aufgenommen

1858 Wasserknoden erhält sein erstes Schulhaus

1893 Bau des neuen Schulhauses

1910 Der Ort erhält einen eigenen Friedhof und ein Glockengeläut

1923 Wasserknoden wird an das Stromnetz angeschlossen; Ein Kriegerdenkmal wird errichtet

1972 Eingemeindung des Dorfes nach Bad Berneck

1997 Das Dorf hat inzwischen 69 Wohnhäuser vorzuweisen

Die Wasserburg

Als einziges Gebäude in Wasserknoden, das heute noch an die Entstehung des Ortes erinnert, ist die ehemals Wallenrodsche Burg, die in der Geschichte mal als Wasserburg, dann wieder als Wasserschloss auftaucht, erhalten. Tatsache ist jedenfalls, dass sich um das Gebäude herum ein Wassergraben zum Schutze vor Feinden befand; nahebei ein See mit Insel und Lusthaus.

Der mit Wasserknoden belehnte Arnold von Wallenrode erbaute mit Unterstützung des Bamberger Bischofs Leupold im Jahre 1342 die Wasserburg. Als Katastrophe für den Herrn von Hirschberg, der Anfang des 16. Jahrhunderts Lehensherr in Wasserknoden wurde, wirkte sich dann der Bauernkrieg im Jahre 1525 aus. Die Burg des Adligen wurde von den Bauern niedergebrannt. Der Schaden am Gebäude wurde damals mit 650 Gulden berechnet, man entschloss sich, die Burg wieder aufzubauen.

Im Jahre 1762 kaufte der Bäcker Konrad Adam Heinz von einem Bauinspektor Wagner die Burg. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wird das Gebäude und der dazugehörige Besitz von der Eigentümerfamilie als Bauerngut genutzt.

Mühle und See

Wie bereits erwähnt, war das Tal, in dem die Burg erbaut wurde, von einem großen See ausgefüllt. Dieser wurde 1835 trockengelegt. Der Abfluss des Sees speiste eine Mühle, die wahrscheinlich 1576 erbaut wurde. Durch die Trockenlegung des großen Sees bekam die Mühle ihr Wasser nur noch vom Knodenbach, der Mahlbetrieb konnte in trockenen Sommern nicht aufrecht erhalten werden. Im Jahre 1930 wurde deshalb der Betrieb eingestellt.

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